Esperanza

„Die Nacht fällt auf Esperanza“
März 2010

Die Beziehung Vater-Sohn als Kern eines Familiendramas ist das Leitmotiv dieser Matrosengeschichte. Die Konflikte zwischen dem Kapitän Grove und seinem Sohn, dem Leichtmatrosen Axel, erzählen von der Sehnsucht nach dem Vater, von der Suche nach Bildern der Männlichkeit, von der Abgrenzung von väterlichen Vor- und Heldbildern, und so von der Suche nach der eigenen Identität.
Die existenziellen Ängste werden durch die engen Cargo-Räume fast physisch dargestellt. Der Alkoholkonsum bestimmt das Lebenstempo auf dem Schiff, Nacht und Tag vermischen sich mit Alpträumen und Hoffnungen. Die Nacht wird eine Metapher für Unsicherheit, während der Tag auf sich warten lässt. Die Flucht in ihren verschiedenen Formen erscheint als einzige verfügbare Lebensphilosophie.
Trotz der dramatischen Handlung werden Humor und Witz bei der Inszenierung nicht vernachlässigt. Die Videoprojektionen, die Stimme im Off und die musikalische Reise zum Balkan und zu Klezmer schaffen poetische Momente.

Regie: Davide Maniscalco
Darsteller: Vittorio Finocchiaro, Hakan Cavdar, Mohammed Rezai, Sandra Rezai, Lea Baltisberger, Salvatore Puglisi, Eliane Müller, Eliane Scheibler, Eva Wottreng, Pascal Miguel, Francesco Rizzo
Texte „Gaby“: Pascal Miguel
Texte Stimme im Off: Bea Moser
Video/Bühne: Lea, Hakan, Johanna, Davide
Kleider: Eva Wottreng
Assistenz: Francesco Rizzo
Konzept: Niemandsland